Auf dem Weg

Auch über die Stadtgrenzen Marls hinaus wurde die Gruppe SOMA bekannt. Sie setzte sich ein für die unterschiedlichsten Zwecke: Amnesty - International, Dritte Welt, Rotes Kreuz, Fian, Kinderschutz, Bündnis für den Frieden, etc.

Durch Live Konzerte in Justizvollzugsanstalten unterstrich die Band einmal mehr ihren sozialen Hintergrund. Bald reichte der Bekanntheitsgrad der Gruppe von Heidelberg bis Hamburg, von Düsseldorf bis nach Berlin oder Bitterfeld, und selbst in den Niederlanden wurde der Name SOMA bei einer mehrtägigen Tournee als Geheimtipp gehandelt. Zu diesem Anlass lernten die Musiker den Text „Wo zwei oder drei...“ auf Holländisch zu singen. Von 1980 bis in die 90er Jahre beteiligte sich SOMA an verschiedenen Kirchen- und Katholikentagen. Der spätere Kirchentagspräsident Erhard Eppler hielt in Hamburg 1981 unter Mitwirkung der Gruppe SOMA eine große Rede zum Thema „Frieden und Ökumene“. Mehrmals spielte die Band in Berlin, Düsseldorf und in Hamburg, in Hannover und Aachen. SOMA hörte damit auf, als man erkennen musste, eigentlich nie so recht in das Massenkonzept eines Kirchentages hineinzupassen.

Von allen Mitgliedern wird die ökumenische Grundeinstellung betont und unterstrichen. Obwohl die so genannten Jugendgottesdienste in einer katholischen Kirche stattfinden, ist ein großer Teil der Gruppenmitglieder aber auch der regelmäßigen Besucher noch heute evangelisch. Manchmal sogar gehören sie keinem Glauben an!

Seit 2000 unterstützt SOMA die Organisation „Cap Anamur“ mit Konzerten und Geldspenden. Seit dem Frühjahr 2003 unterstützt SOMA den Verein: Deutscher Kinderschutzbund Marl e. V. mit Liedern, Konzerten und Veranstaltungen, viel Zeit und Zuwendungen.

Bisher veröffentlichte die Gruppe mehrere LP / MC / CD:

  1. Am 13. Mai 1979 gab es zum Zehnjährigen die erste Langspielplatte „SOMA“. (Damals noch in Vinyl) Hier wurden selbst komponierte und arrangierte Lieder zu einem Album zusammengefasst. Texte von Rainer Maria Rilke, Lothar Zenetti und natürlich Hermann Josef Coenen wurden vertont.
  2. Wegen der sehr großen Nachfrage erschien Ende 1980 als LP und MC das Konzeptalbum „Unser Sonnengesang“. Von 1976 bis 1980 hatten die Musiker versucht, das große Gebet des Franz von Assisi zu komponieren. Musikalische Experimente mit programmmusikalischen Elementen standen im Vordergrund. Der Text wurde von Hermann Josef Coenen in die heutige Zeit überarbeitet.
  3. Die Musikkassette „Komm reich mir die Hand“ - Livemitschnitte aus Gottesdiensten in der Heimatgemeinde - wurde 1982 herausgebracht und war - wie die o. g. Produktionen - ganz schnell vergriffen.
  4. „Leise Lieder“ erschien 1988 als LP und MC. Neben Texten von Rainer Maria Rilke, Hilde Domin und anderen Autoren wurden vorwiegend auch Gedichte von Hermann Josef Coenen vertont. Mit akustischen Instrumenten und mehrstimmigem Gesang wurde versucht, dem Zuhörer ein Stimmungsbild zu vermitteln ohne Hightech, Stress, Lärm und Hektik. Die sensible Verbindung zwischen Text und Musik ist das Hauptmerkmal dieser Produktion. Konzept und Entstehungsgeschichte trugen nicht unerheblich dazu bei, dass sich die Gruppe SOMA heute, neben ihrem Engagement in der modernen Kirchenmusik (NGL), zunehmend auch als eigenständiger Kulturträger sieht!
  5. Für die Arbeit an „Parzival“ benötigte SOMA über zwei Jahre der Reifung. Ähnlich wie beim Konzeptalbum „Unser Sonnengesang“, wurde der Entstehungsprozess dieses Werkes vorwiegend und intensiv durch die kooperative Zusammenarbeit zwischen Autor H. J. Coenen und den Musikern gestaltet. Hier wird der Weg des suchenden Menschen nach Sinn und Ziel beschrieben. Die Zuhörenden haben die Möglichkeit, Parallelen zum eigenen Weg und Leben zu finden, und sie sollen motiviert werden, innezuhalten, zu überdenken und vielleicht die Richtung neu zu bestimmen. Musikalisch spiegelt Parzival an manchen Stellen bewusst auch den musikalischen Weg der Gruppe SOMA wider. Parzival ist inhalt-lich in den Bereich „Lebenshilfe“ einzuordnen und wird besonders gern von LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und PädagogInnen bevorzugt gehört.
  6. Im September 1993 veröffentlichte SOMA die MC „Balladen“. Mit dieser Produktion stellten die Musiker ihr Konzept „Rock & Roll, Rhyth`m and Blues“ wiederholt unter Be-weis, und erinnerten an Songschreiber wie Leonhard Cohen, Cat Stevens, Barkley James Harvest, Moody blues, Paul Simon, etc., aber mit eigenen deutschen Texten. Den Titel in Brailschrift zu drucken war eine Idee, um auf das Mitwirken unseres Gitaristen Norbert Mackowiak hinzuweisen. „Wir möchten damit unterstreichen, dass freundschaftliches Miteinander und gemeinsames Tun zwischen Nichtsehenden und Sehenden im wahrsten Sinne des Wortes im Einklang möglich ist!“
  7. Zum 25. Jubiläum wurde die CD / MC „Wen es trifft“ dem Publikum am 16. September 1994 in der INSEL vorgestellt. Hier will die Gruppe SOMA an ihr kulturelles Engagement und an die Zusammenarbeit mit der deutsch – jüdischen Lyrikerin Hilde Domin erinnern. Moderne Lyrik in Verbindung mit Rock & Roll und Rhyth`m & Blues.
  8. 1997 wurde die CD „Vielleicht ist da noch mehr“ veröffentlicht. Nach bewährtem Muster wurden hier besonders Texte von Hermann Josef Coenen vertont, um sie dem Zuhörer mit viel Gefühl näher zu bringen. Text und Musik als „Lebenshilfe“ und Denkanstoß für den einzelnen, Lyrik und meditative Elemente stehen im Vordergrund.
  9. 1998 gelang es der Gruppe noch einmal „Unser Sonnengesang“ als CD neu aufzunehmen. Diesmal im Schatten des Windkraftwerks auf dem Hof von Theo Schürmann in Oer - Erkenschwick, um nicht nur äußerlich die Beziehung dieses Werkes zur Thematik „Bewahrung der Schöpfung“ unter Beweis zu stellen.
  10. Am Ende des Jahres 2000 stellte SOMA ihre bisher letzte Produktion dem Publikum vor. „Menschen leben - Menschenleben“ war eine Hommage an Hermann Josef Coenen, der am 06. Juni 1999 plötzlich verstorben war. Ausschließlich Texte von ihm sind hier vertont und sind als Zusammenfassung seines Lebens und Schaffens gemeinsam mit SOMA zu betrachten. Seine Botschaft beginnt mit: „Wir Menschen treten ungefragt ins Leben....“ und sie endet mit: „Lass Dich mit darauf ein!“

Aber nicht nur in Kirchengemeinden ist die Gruppe SOMA zu Hause. Inzwischen ist zum Beispiel das lyrische Element in den Veranstaltungen immer deutlicher in den Vordergrund getreten. Immer mehr kommen Anfragen nach Veranstaltung wie z.B.: „Leise Lieder“, „Lieder und Lyrik“, „Lesung mit Musik“, etc.

In den letzten Jahren wurden die Gewerkschaften auf die Gruppe SOMA aufmerksam. Bei gewerkschaftlichen Kulturveranstaltung ist SOMA im nördlichen Ruhrgebiet kaum wegzudenken. Hatte man doch erkannt, dass die Inhalte mancher SOMA - Lieder genau den Nerv trafen oder manche Kritiken oder Forderungen auf den Punkt brachten. SOMA selbst dazu:

Kirchen und Gewerkschaften gehen sich gesellschaftlich bewusst aus dem Weg, weil sie sich traditionell dazu beauftragt wähnen oder weil sie sich gegenseitig als klassische Gegenüber betrachten. Sie haben allerdings heute die selben Probleme: Mitgliederschwund, Sinnkrise und Säkularisierung. Und sie kümmern sich um die selben Leute: um die Kleinen und Schwachen, und um die, die am Rande stehen. Sie hören und singen ähnliche Lieder, lesen die selben Gedichte und haben gemeinsame Ziele:

Zivilcourage, Mitschmerz und Solidarität!

Leise LiederLeise Lieder

ParzivalParzival

BalladenBalladen

Wen es trifftWen es trifft

Vielleicht ist da noch mehrVielleicht ist da noch mehr

Unser SonnengesangUnser Sonnengesang

MenschenlebenMenschenleben